Wenn das Gleichgewicht plötzlich nicht mehr selbstverständlich ist

Gestern Abend stand ich auf meiner Yogamatte und war ehrlich gesagt ein bisschen frustriert.

Ich habe eine neue Sequenz für meinen Yogakurs ausprobiert. Viele Standhaltungen, kräftige Beine, Stabilität und Gleichgewicht.

Dann kam der Baum.

Eine Haltung, die ich seit vielen Jahren kenne – und plötzlich wackelte ich. Im Krieger III wurde es auch nicht besser.

Mein erster Gedanke war: Das konnte ich doch mal viel besser!

Mit 53 und nach vielen Jahren Yogapraxis hat mich das tatsächlich beschäftigt. Trainiere ich zu wenig? Hat mein Gleichgewicht nachgelassen?

Vielleicht. Vielleicht war ich aber auch einfach müde. Denn momentan merke ich selbst, wie schwer es mir fällt, meinen eigenen Trainingsrhythmus einzuhalten. Diese Woche war mein Hot-Iron-Kurs fest eingeplant – stattdessen bin ich nach der Arbeit auf dem Sofa eingeschlafen.

Auch das ist Realität.

Wackeln gehört dazu

Dieser kleine Moment auf der Yogamatte hat mich an etwas erinnert: Kraft, Beweglichkeit und Gleichgewicht sind nichts, was wir einmal erreichen und dann für immer besitzen.

Wir müssen sie immer wieder benutzen und trainieren.

Nicht, um mit 50 oder 60 noch jede Yogahaltung perfekt zu beherrschen. Sondern weil wir Kraft und Gleichgewicht im ganz normalen Alltag brauchen – beim Treppensteigen, auf unebenem Boden oder wenn wir einmal stolpern.

Deshalb wird es in meinem neuen Yogakurs auch genau darum gehen: stabile Beine, Kraft und Gleichgewicht.

Und ich werde fleißig mitüben. 😉

Denn gesund älter zu werden bedeutet für mich nicht, immer perfekt zu trainieren.

Es bedeutet, wahrzunehmen, was der eigene Körper gerade braucht – und immer wieder anzufangen.